Tag-Archiv für 'schlaflos-in-hamburg'

Mietenwahnsinn, Vergesellschaftung, Schlaflos in Hamburg, Debatte Deluxe – da geht was im Herbst!

Seit zwei Jahren ist die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt eines der Kernthemen bei noya Hamburg. Zusammen mit anderen linken Gruppen und Initiativen haben wir Anfang 2011 das Bündnis Mietenwahnsinn stoppen gegründet und seitdem mehrfach kreativ und laut auf die Wohnsituation aufmerksam gemacht, inhaltlich diskutiert und zwei große Demos mit organisiert.

Als Gruppe sehen wir die Lösung des Problems außerhalb des marktförmig organisierten Wohnungsmarktes. Hierbei machen wir uns immer wieder bewusst, dass die aktuell sehr zugespitzte Lage auf das derzeit bestehende Wirtschafts- und Warensystem zurückzuführen ist, weshalb einseitige Investor_innen-Dresche oder gar „Yuppies raus“-Gebrülle für sich stehend stark verkürzt sind und unweigerlich in eine Sackgasse führen. Wir sind uns bewusst, dass auch kurzfristige Verbesserungen wie eine Mietobergrenze oder die Rücknahme von Privatisierungsmaßnahmen zwar von Nutzen sind, ein großer Erfolg wären, jedoch keine abschließende Lösung darstellen.

Allen Problemen zum Trotz, die auch alternative Lösungen mit sich bringen, treten wir für eine Vergesellschaftung von Wohnraum ein. Das bedeutet, wir betrachten Wohnraum nicht als Ware sondern als öffentliches Gut, welches allen Menschen gehört und somit auch von allen gemeinsam genutzt werden darf. Ausgehend von den Folgen der Gentrifizierung diskutieren wir alternative Modelle, wozu u.a. das von Elinor Ostrom geprägte und von Avanti Hamburg in einem lesenswerten Aufsatz aufgegriffene und aus linker Perspektive betrachtete Commons-Prinzip gehört. Aber auch der von Henri Lefebvre geprägte und eng mit dem Thema Wohnraum im Zusammenhang stehende Begriff Recht auf Stadt ist immer wieder ein Thema bei uns. Dieser sieht die Stadt als ein Produkt aller Menschen die sich in ihr bewegen, weshalb sie auch von allen Menschen gemeinsam gestaltet werden sollte.
Das sehen wir auch so, weshalb auch in diesem Jahr viel Zeit auf das Thema verwendet wird. Als Teil des Mietenwahnsinn stoppen-Bündnisses planen wir hierzu Kampagnen und Aktionen, die sowohl inhaltlich als auch aktionistisch geprägt sind.

Im Rahmen der Hochschulpolitik beteiligen wir uns aktiv an der Kampagne Schlaflos in Hamburg? Mietenwahnsinn stoppen!. Die Kampagne betrachtet die Wohnungsnot zwar aus dem Blickwinkel von Auszubildenden und Studierenden, betont aber, dass auch andere Menschen von dem Problem betroffen sind und solidarisiert sich gezielt mit diesen, um auf diese Weise die unzumutbaren Verhältnisse aufzudecken.
Am 27.10. 2012 findet hierzu ein Aktionstag statt, auf dem mit praktischer Arbeit der Wohnungsnot begegnet werden wird. Auf einer großen Demo am 10.11.2012 verknüpfen hochschulpolitische und linke Gruppen ihre Perspektiven und setzen gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen die aktuelle Lage.

In diesem Jahr jährt sich in Hamburg außerdem die Gründung des Bündnisses Recht auf Stadt. Hierzu findet vom 19.-21. Oktober das Workshop-Wochenende Debatte Deluxe – Wohnen, Mieten und die Stadt für alle statt, auf dem diskutiert, geplant und gefeiert werden soll. Themen sind u.a. die zukünftige Arbeit des RaS-Netzwerkes, aktive Bürger_innenbeteiligung, Stadtplanung von unten und die Vergesellschaftung von Wohnraum. Als noya Hamburg sind wir hierbei an der Planung und Organisierung der Workshops beteiligt.

Die Stadt gehört allen! Mach doch einfach mit…
noya Hamburg