Archiv für April 2014

Offener linker Jugendkogress 2014 in Hamburg!

Auch in diesem Jahr sind wir bei der Vorbereitung des offenen linken Jugendkongresses in Hamburg am start!

Warum be­sitzt ein Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung mehr als die Hälf­te der Reich­tü­mer?
Warum bringt Schu­le oft kei­nen Spaß, son­dern viel­mehr Leis­tungs­druck?
Wie kommt es, dass tau­sen­de Men­schen in Ham­burg nach einer be­zahl­ba­ren Woh­nung su­chen, wäh­rend ca. ein­ein­halb Mil­lio­nen qm Bü­ro­flä­che leer ste­hen? Und was haben die Es­sohäu­ser und die Rote Flora damit zu tun?
Warum wer­den jähr­lich tau­sen­de Men­schen aus Deutsch­land ab­ge­scho­ben und aus ihrem so­zia­len Um­feld, wie der Schu­le oder dem Freun­des­kreis her­aus ge­ris­sen? Und warum kämp­fen die Flücht­lin­ge von „Lam­pe­du­sa-​in-​Ham­burg“ für ihr Blei­be­recht?
Warum fin­den ras­sis­ti­sche The­sen so gro­ßen Zu­spruch in der so­ge­nann­ten Mitte der Ge­sell­schaft?
Wie kann es sein, dass Frau­en immer noch durch­schnitt­lich 20% we­ni­ger Ge­halt für die glei­che Ar­beit be­kom­men als Män­ner?
Warum haben ho­mo­se­xu­el­le Men­schen nicht die­sel­ben Rech­te wie alle an­de­ren?
Und gibt es wirk­lich keine Al­ter­na­ti­ve zum Ka­pi­ta­lis­mus?

Um über diese und an­de­re Fra­gen zu dis­ku­tie­ren, gibt es seit sie­ben Jah­ren den of­fe­nen lin­ken Ju­gend­kon­gress der die­ses Jahr wie­der, von einem brei­ten Bünd­nis jun­ger Men­schen selbst or­ga­ni­siert wird. Auch in die­sem Jahr möch­ten wir uns ge­mein­sam über­le­gen, wie ein an­de­res Leben, ein schö­nes Leben aus­se­hen kann und uns mit ver­schie­de­nen For­men des Wi­der­stan­des aus­ein­an­der­set­zen.
Wie kön­nen wir ganz prak­tisch dafür sor­gen, dass un­se­re Freun­d_in­nen nicht ab­ge­scho­ben wer­den?
Und wie kön­nen wir selbst ein schö­ne­res Mit­ein­an­der für uns alle ge­stal­ten?
Zu­sam­men wol­len wir mit euch dis­ku­tie­ren, wie unser Wirt­schafts­sys­tem unter an­de­rem mit Leis­tungs­druck in der Schu­le, Se­xis­mus und Ras­sis­mus ver­knüpft ist und wel­che Al­ter­na­ti­ven mög­lich sind. Zu die­sen und vie­len an­de­ren The­men wird es Work­shops geben. Auch prak­ti­sche Ein­hei­ten, wie vega­nes Ko­chen, Street Art und Hip Hop sind ge­plant. Es wird au­ßer­dem genug Raum zum ge­gen­sei­ti­gen Ken­nen­ler­nen geben.

Egal, ob du dich noch nie mit die­sen The­men aus­ein­an­der­ge­setzt hast oder schon län­ger po­li­tisch aktiv bist, je­de_r die_­der Lust hat, ist herz­lich will­kom­men am 8. lin­ken Ju­gend­kon­gress mit­zu­ma­chen, der die­ses Jahr unter dem Motto
„Her mit dem schö­nen Leben – Für Alle!“ statt­fin­det.

1.Mai 2014: Da geht noch mehr….RISE UP!

Und was macht Ihr so am 1.Mai? Wir sind hier unterwegs:

Free­dom of Mo­ve­ment now!
An­ti­ras­sis­ti­sche & An­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Vor­a­bend­de­mons­tra­ti­on
30. April / 19:00h / Bahn­hof Al­to­na

Make ca­pi­ta­lism his­to­ry!
An­ti­ka­pi­ta­lis­ti­scher/Klas­sen­kämp­fe­ri­scher Block auf der DGB-​De­mo
1. Mai / 10:30h / U Loh­müh­len­stra­ße
im An­schluss: Al­ter­na­ti­ve Kund­ge­bung mit Open-​Air Dis­kus­si­on zum po­li­ti­schen Streik

Auf­ruf:
Der Ka­pi­ta­lis­mus wird uns täg­lich als al­ter­na­tiv­los ver­kauft. Dem wol­len wir wi­der­spe­chen! Die für die meis­ten Men­schen mi­se­ra­blen Le­bens­be­din­gun­gen im Ka­pi­ta­lis­mus zei­gen, dass eine an­de­re Welt nötig und die klei­nen und gro­ßen Kämp­fe, dass noch lange nichts ent­schie­den ist…

Schau­en wir nach Eu­ro­pa…
….​sehen wir von Kri­sen an­ge­schla­ge­ne Staa­ten, die von der EU ge­zwun­gen wer­den, ihre öf­fent­li­chen Haus­hal­te zu „sa­nie­ren“, dass heißt staat­li­che Be­trie­be zu pri­va­ti­sie­ren und öf­fent­li­che Aus­ga­ben zu kür­zen. In Süd­eu­ro­pa wur­den Löhne und Ge­häl­ter­er­heb­lich ab­ge­senkt; Mas­sen­ar­beit­lo­sig­keit, dras­ti­sche Ver­schlech­te­run­gen bei der Ge­sund­heits­ver­sor­gung und Woh­nungs­lo­sig­keit trei­ben die Men­schen in Armut und Elend. Da­ge­gen de­mons­trie­ren Tau­sen­de auf den Stra­ßen, ver­sam­meln sich auf öf­fent­li­chen Plät­zen, strei­ken im Be­trieb und fan­gen an, Wi­der­stand zu or­ga­ni­sie­ren. Die Ge­ne­ral­streiks, Mas­sen­pro­tes­te, Ver­hin­de­run­gen von Zwangs­räu­mun­gen und die Be­set­zun­gen von Plät­zen, Häu­sern und Be­trie­ben sind ein er­mu­ti­gen­des Si­gnal!

…den­ken wir an die hef­ti­gen Aus­sein­an­der­set­zun­gen um den Gezi Park in Istan­bul, ein Kampf gegen neo­li­be­ra­le Stadt­ent­wick­lung und um öf­fent­li­chen Raum, aber auch einer von vie­len Kämp­fen gegen re­pres­si­ve Staats­po­li­tik und au­to­ri­tä­re Macht­ha­ber.

Bli­cken wir wei­ter….
…sehen wir so­zia­le Aus­ein­an­der­set­zun­gen in et­li­chen Län­dern. In Bra­si­li­en muss­te eine Preis­er­hö­hung im öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr nach Pro­tes­ten zu­rück ge­nom­men wer­den. Mil­lio­nen Men­schen de­mons­trie­ren gegen die Mil­li­ar­den ver­schlin­gen­den Groß­ver­an­stal­tun­gen Fuss­ball-​WM 2014 und Olym­pia 2016 und for­dern statt­des­sen bes­se­ren Zu­gang zu Bil­dung und Ge­sund­heits­ver­sor­gung. Die Wut der Men­schen rich­tet sich auch gegen Po­li­zei­ge­walt, kor­rup­te Ver­wal­tun­gen und an­de­re Miss­stän­de.

Und in Ham­burg….
…geht ei­ni­ges! Am 1. Mai 2013 schlos­sen sich Ge­flüch­te­te zu der Grup­pe „Lam­pe­du­sa in Ham­burg“ zu­sam­men und tra­ten erst­ma­lig in die Öf­fent­lich­keit um ge­mein­sam gegen das eu­ro­päi­sche Asyl­recht und für eine An­er­ken­nung ihrer Si­tua­ti­on als Kriegs­flücht­lin­ge zu kämp­fen.
In den fol­gen­den Mo­na­ten roll­te eine Welle der So­li­da­ri­tät durch die Stadt und in einer über­ra­schen­den In­ten­si­tät gin­gen Men­schen zu zehn­tau­sen­den auf die Stras­se und for­der­ten ein so­li­da­ri­sches Eu­ro­pa. Immer wie­der wur­den die Ur­sa­chen für Flucht, Mi­gra­ti­on und Ras­sis­mus the­ma­ti­siert, Schü­ler*innen aus ganz Ham­burg streik­ten einen Tag lang und de­mons­trier­ten durch die In­nen­stadt bis zur Zen­tra­le der SPD.
Der Ham­bur­ger Staats­ap­pa­rat ant­wor­te­te ge­wohnt krea­tiv, ord­ne­te ras­sis­ti­sche Po­li­zei­kon­trol­len an und ver­such­te damit er­folg­los den Pro­test zu spal­ten und ein­zel­ne ab­zu­schie­ben. Ganze Stadt­tei­le wur­den zu Ge­fah­ren­ge­bie­ten er­klärt, und damit di­ver­se Grund­rech­te außer Kraft ge­setzt.

… führ­te der (ge­plan­te) Ab­riss der Es­so-​Häu­ser zu wei­te­ren Pro­tes­ten. Der Ab­riss steht sym­bo­lisch für die Zer­stö­rung be­zahl­ba­ren Wohn­raums, eine Kom­mer­zia­li­sie­rung öf­fent­li­chen Raums und die Lu­xus­sa­nie­rung gan­zer Stadt­tei­le.

Make ca­pi­ta­lism his­to­ry
Das ka­pi­ta­lis­ti­sche Wirt­schafts­mo­dell ba­siert auf glo­ba­ler und in­di­vi­du­el­ler Aus­beu­tung und bringt not­wen­dig Armut, so­zia­le Spal­tung und Krie­ge her­vor.
Die BRD ist mit ihrer rei­chen Er­fah­rung beim Abbau von so­zia­len und Ar­beit­neh­mer*innen Rech­ten die trei­ben­de Kraft dabei, die Be­völ­ke­rung der EU Staa­ten in Kon­ku­renz zu­ein­an­der zu stel­len. Die Folge die­ses bru­ta­len Wett­be­werbs ist ein all­ge­mei­ner So­zi­al­ab­bau. Die­ses Klima bie­tet einen frucht­ba­ren Nähr­bo­den für rech­te und fa­schis­ti­sche Pro­pa­gan­da. Wir er­tei­len jeder na­tio­na­lis­ti­schen Stand­ort­lo­gik – auf die sich viel zu oft auch die deut­schen Ge­werk­schaf­ten ein­las­sen – eine klare Ab­sa­ge.

Am 1. Mai, dem in­ter­na­tio­na­len Kampf­tag der Ar­bei­ter*in­nen, gehen welt­weit Mil­lio­nen Men­schen für ein bes­se­res Leben auf die Stra­ße. Ge­mein­sam und so­li­da­risch kämp­fen wir gegen Kon­kur­renz und Spal­tungs­ver­hält­nis­se und für ein schö­nes Leben für Alle: Ob in den Ge­werk­schaf­ten, so­zia­len Be­we­gun­gen oder an der Basis im Be­trieb, Stadt­teil oder in Schu­le und Uni. Wo immer es mög­lich ist, soll­ten wir un­se­re Kämp­fe ver­net­zen, uns or­ga­ni­sie­ren und kol­lek­tiv han­deln.
Mit einem ei­gen­stän­di­gen Block auf der Ge­werk­schafts­de­mo wol­len wir zei­gen, dass es uns um Alles geht. Wir wol­len nicht nur hier und da ein biss­chen mehr Lohn oder bes­se­re Ar­beits­be­din­gun­gen, son­dern eine grund­le­gend an­de­re Ge­sell­schaft! Um eine Ge­sell­schaft ohne Aus­beu­tung und Un­ter­drü­ckung er­kämp­fen zu kön­nen, müs­sen wir alle ler­nen, un­se­re An­ge­le­gen­hei­ten in die ei­ge­nen Hände zu neh­men. Darum set­zen wir auf Selbst­or­ga­ni­sie­rung und Selbst­er­mäch­ti­gung, statt un­se­re In­ter­es­sen an Staat und In­sti­tu­tio­nen zu de­le­gie­ren. Nur so las­sen sich Klas­sen­kämp­fe hin zu Al­ter­na­ti­ven zum Ka­pi­ta­lis­mus und zur ras­sis­ti­schen Fes­tung Eu­ro­pa ent­wi­ckeln. Geht mit uns auf die Stra­ße!