Archiv für Januar 2012

Einladung zur Gründung eines Jugendbündnisses gegen den „Tag der deutschen Zukunft“

Wir laden zur Gründung eines Jugendbündnisses gegen den von (Neo-)Nazis organisierten „Tag der deutschen Zukunft“ in Hamburg am 2. Juni 2012 ein.

Was wollen die Nazis?
Auf ihrer Demonstration durch Hamburg wollen die Nazis „ein Zeichen gegen Überfremdung setzen“ und sich gegen die angebliche „deutschenfeindliche […] multikulti Politik aus Berlin“ stellen.
Wozu eine solche Einstellung führen kann, konnten wir vor Kurzem anhand der schrecklichen Aktivitäten und Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (Zwickauer Terrorzelle) sehen. Aber auch in der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“ sind rassistische Vorurteile und Fremdenhass Normalität. Hieran versuchen die Nazis anzuknüpfen und auf diese Weise rechtes Gedankengut in der ganzen Gesellschaft zu etablieren und so den Nährboden für eine Ausbreitung des rechten Terrors zu vergrößern.

Was wollen wir?
Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass die Nazis nicht die Chance erhalten ihre menschenverachtende Ideologie unter die Leute zu bringen. Konkreter heißt das, wir wollen uns gemeinsam mit euch ihrem Demonstrationszug entgegenstellen, sodass ihnen dieser unmöglich gemacht wird.

Wie machen wir das?
Genau diese Frage wollen wir auf unserem ersten Treffen gemeinsam mit euch – Jugendlichen aus verschiedenen Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen erörtern. Jede_r ist willkommen in unserem offenen Jugendbündnis ihre/seine Vorschläge einzubringen, egal ob ihr schon zigmal gegen Faschist_innen demonstriert habt oder euch zum ersten Mal aktiv gegen rechts engagieren wollt. Wohin unsere Arbeit führen wird, ob wir eine Erklärung verfassen, gegen die Nazis mobilisieren oder selbst in kreativen Aktionen tätig werden, das hängt von uns allen ab!

Also, kommt zahlreich zu dem Gründungstreffen für ein Jugendbündnis gegen den „Tag der deutschen Zukunft“ am 20. Februar 2012 um 19:00 Uhr im Centro Sociale (Sternstraße 2, an der U-Bahn Haltestelle Feldstraße)!

Über eine Rückmeldung an hamburg@no-ya.de, ob ihr kommen wollt würden wir uns aus organisatorischen Gründen freuen, sie ist aber nicht erforderlich. Wenn ihr die Idee eines Jugendbündnisses gegen den Aufmarsch unterstützenswert findet, jedoch an dem Termin nicht könnt, dann schreibt uns.

Gemeinsam den Naziaufmarsch in Hamburg verhindern! Rassismus, Fremdenhass und Antisemitismus entschieden entgegentreten!

Noya Hamburg

Aller guten Dinge sind drei!

BLOCK DRESDEN 2012 – Blockieren, bis der Naziaufmarsch Geschichte ist

In den vergangen zwei Jahren ist uns etwas gelungen, das viele für unmöglich gehalten hatten: Wir haben den Naziaufmarsch in Dresden erfolgreich blockiert. Tausende Nazis konnten ihr eigentliches Ziel, mit einer Großdemonstration ihre menschenverachtende Ideologie zur Schau zu stellen, nicht erreichen.

Mit dem Aufmarsch im Februar versuchten sie in den vergangenen Jahren, an das Gedenken an die Bombardierungen Dresdens im Februar 1945 und den damit einher gehenden Mythos der „unschuldigen Stadt Dresden“ anzuknüpfen. Auch durch Ignorieren und Wegschauen seitens der Stadtverwaltung und eine mangelnde Entschlossenheit großer Teile der Dresdner Zivilgesellschaft konnte dieser Termin zu Europas größtem Naziaufmarsch mit bis zu 7000 Teilnehmenden werden. Doch die Dynamik der Aufmärsche ist gebrochen. Zu verdanken ist dies insbesondere dem entschlossenen Handeln von zwölftausend (2010) und zwanzigtausend Menschen (2011), die mit Massenblockaden den Marsch der Nazis verhinderten.

Wir wenden uns gegen jede Form von Geschichtsrevisionismus. Alten und neuen Nazis darf keine Gelegenheit gegeben werden, die deutsche Geschichte zu verklären und die NS-Verbrechen zu verherrlichen. Daher werden wir am 13. Februar 2012 den „Täterspuren“-Mahngang durchführen, um an die NS-Geschichte in Dresden zu erinnern.

„Sagen, was man tut, und tun, was man sagt“ – durch dieses Motto war unser Handeln der letzten Jahre geprägt. Dabei bleibt es! Uns eint das Ziel, den Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern. Unser Ziel ist dabei nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei. Wir sind entschlossen, den Naziaufmarsch zu blockieren – von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.

„Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“ – das war unser Credo der letzten Jahre. Dabei bleibt es! Mit einem breiten Bündnis aus Antifagruppen, lokalen Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und Jugendverbänden, religiösen Gruppen sowie zahlreichen weiteren Organisationen und Einzelpersonen haben wir deutlich gemacht: Blockaden sind legitim, und Dresden geht uns alle an!

AntifaschistInnen wurden in den letzten Monaten vermehrt mit staatlichen Repressionen überzogen. Rechtswidrige Funkzellenabfragen, politisch motivierte Strafverfahren, selbst Immunitätsaufhebungen werden uns nicht einschüchtern. Versuchen von außen, uns mittels der Extremismustheorie zu spalten, setzen wir unsere Solidarität entgegen. Wir lassen uns nicht spalten. Ziviler Ungehorsam ist unser Recht, unsere Blockaden sind legitim!

Lassen wir uns nicht einschüchtern! Wir protestieren im Februar in Dresden auch gegen die staatliche Aushöhlung des Versammlungsrechts und einen Schnüffel-Staat. In Dresden soll bewusst das Rechtsordnungsprinzip der Verhältnismäßigkeit verschoben werden, um einen „gläsernen Demonstranten“ zu schaffen. Wir treten dem entschieden entgegen. Dabei stehen wir zusammen gegen alle Versuche der Einschüchterung und der Beschneidung unserer Bürgerrechte.

Auch 2012 werden wir den Naziaufmarsch in Dresden blockieren. Die Mordserie der in Sachsen untergetauchten Nazis zeigt einmal mehr, wie wichtig entschlossenes antifaschistisches Handeln ist. Antifaschistisches Engagement darf nicht kriminalisiert, sondern muss unterstützt werden. Jahrelang sind Anschläge, Nazigewalt und Waffenfunde in der Naziszene bagatellisiert worden. Schluss damit!

Wir geben den Nazis keinen Meter Straße preis. Wir blockieren sie in Dresden: bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!